Lohnt sich eine Wärmepumpe?

Aktualisiert am 6. Juli 2026Lesezeit 7 Min.

Ja – in den allermeisten Fällen lohnt sich eine Wärmepumpe, wenn sich die Vorlauftemperatur niedrig halten lässt und das Haus zumindest halbwegs gedämmt oder nachrüstbar ist. Dann arbeitet sie effizient, der Betrieb ist günstiger als mit Gas oder Öl, und der Staat übernimmt beim Heizungstausch bis zu 70 % der Kosten. Kritischer zu rechnen ist es nur im unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern und hoher Vorlauftemperatur – dort entscheidet die Jahresarbeitszahl über die Wirtschaftlichkeit.

Wovon hängt es ab, ob sich eine Wärmepumpe lohnt?

Anders als bei Gas- oder Ölheizungen entscheidet bei der Wärmepumpe nicht der Brennstoffpreis über die Kosten, sondern die Effizienz. Drei Stellschrauben bestimmen sie: der Dämmzustand des Hauses, die Vorlauftemperatur der Heizung und daraus folgend die Jahresarbeitszahl.

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl. Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Pumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. Eine JAZ von 3,8 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 3,8 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto niedriger die Heizkosten. Und die JAZ hängt vor allem an der Vorlauftemperatur: Je kühler das Heizwasser sein darf, desto effizienter läuft die Pumpe. Eine Fußbodenheizung oder große Heizkörper, die mit 35 bis 45 °C auskommen, sind ideal; klassische Heizkörper, die 55 bis 70 °C brauchen, drücken die JAZ und damit die Wirtschaftlichkeit.

Der dritte Hebel ist der Strompreis. Für Wärmepumpen gibt es eigene, günstigere Tarife (oft um 25 bis 28 ct/kWh statt Haushaltsstrom). Und wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, senkt die Betriebskosten noch einmal deutlich, weil ein Teil des Wärmepumpenstroms vom eigenen Dach kommt.

Was eine Wärmepumpe kostet

Bei den Kosten sind zwei Dinge zu trennen: Anschaffung und Betrieb. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die häufigste Bauart, kostet inklusive Einbau grob 15.000 bis 30.000 Euro. Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdkollektoren oder Erdsonden liegen wegen der Bohrung eher bei 25.000 bis 40.000 Euro, arbeiten dafür aber mit höherer JAZ und damit sparsamer. Diese Beträge sind vor Förderung – und die verändert das Bild erheblich.

Luft, Sole oder Wasser: welche Bauart passt?

Wärmepumpen unterscheiden sich vor allem darin, woher sie ihre Umweltwärme holen. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft. Sie ist am günstigsten in der Anschaffung, lässt sich fast überall nachrüsten und ist deshalb im Bestand der Standard. Ihr Außengerät macht Geräusche – seit 2026 werden Luft-Wärmepumpen nur noch gefördert, wenn das Außengerät die gesetzlichen Schallgrenzwerte deutlich unterschreitet, was moderne Geräte aber erfüllen. Die JAZ liegt typisch zwischen 3,0 und 4,0.

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) bezieht ihre Wärme über Flächenkollektoren oder eine Erdsonde aus dem Boden. Sie kostet mehr – vor allem, wenn gebohrt werden muss, was eine Genehmigung erfordert –, arbeitet dafür aber mit der höchsten und über das Jahr stabilsten Effizienz (JAZ oft 4,0 bis 5,0), ist leise und sehr langlebig. Sie lohnt sich, wenn Platz und Budget vorhanden sind und man langfristig denkt. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser und ist am effizientesten, braucht aber geeignetes Grundwasser und eine wasserrechtliche Genehmigung – sie bleibt die Ausnahme. Für die meisten Bestandsgebäude ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der pragmatische Einstieg; Erdwärme spielt ihre Stärken bei Neubau oder größerer Sanierung aus.

Was der Staat 2026 dazugibt

Der Heizungstausch wird seit 2024 über die KfW abgewickelt (Programm 458). Für selbstgenutzte Bestandsgebäude setzt sich der Zuschuss aus mehreren Bausteinen zusammen: einer Grundförderung von 30 %, einem Geschwindigkeitsbonus von 20 % beim Austausch einer alten Öl-, Kohle- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung, und einem Einkommensbonus von 30 % für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 40.000 Euro. Kombinieren lassen sich die Boni bis zu einer Obergrenze von 70 %. Förderfähig sind Kosten bis 30.000 Euro pro Wohneinheit – der maximale Zuschuss beträgt damit 21.000 Euro, der nicht zurückgezahlt werden muss. Voraussetzung ist unter anderem eine Mindest-Jahresarbeitszahl von 3,0.

Zwei Dinge sind 2026 wichtig: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird gerade überarbeitet und soll voraussichtlich im Sommer 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ersetzt werden – bis dahin gelten die Förderbedingungen unverändert. Und der Geschwindigkeitsbonus sinkt ab 2029 schrittweise. Wer den Umstieg plant, sollte den Antrag also eher früher als später stellen. Der Antrag muss zwingend vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.

Rechenbeispiel: saniertes Einfamilienhaus mit 140 m²

Ein Beispiel macht die Betriebskosten greifbar. Angenommen: ein saniertes Einfamilienhaus mit 140 m² beheizter Wohnfläche, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer JAZ von 3,8 und ein Wärmepumpentarif von 28 ct/kWh.

  • Bei rund 80 W/m² spezifischer Heizlast ergibt sich eine benötigte Heizleistung von etwa 11 kW.
  • Der jährliche Wärmebedarf liegt bei etwa 100 kWh/m², also rund 14.000 kWh.
  • Geteilt durch die JAZ von 3,8 sind das rund 3.700 kWh Strom im Jahr.
  • Bei 28 ct/kWh macht das etwa 1.030 Euro Heizkosten pro Jahr.

Zum Vergleich: Dieselbe Wärmemenge über eine Gasheizung erzeugt (bei rund 90 % Wirkungsgrad) einen Gasverbrauch von gut 15.500 kWh. Bei einem Gaspreis um 12 ct/kWh sind das rund 1.860 Euro im Jahr – Tendenz steigend, weil die CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe jährlich zunimmt. Die Wärmepumpe spart in diesem Beispiel also grob 800 Euro pro Jahr, und mit eigenem Solarstrom wird der Abstand noch größer.

Rechnen Sie Ihren eigenen Fall durch. Der Wärmepumpenrechner ermittelt aus Wohnfläche, Dämmstandard und Jahresarbeitszahl die benötigte Heizleistung, den Stromverbrauch und die jährlichen Heizkosten.
Zum Wärmepumpenrechner →

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Die kurze Antwort: meistens ja – die Frage ist nur, mit welchem Aufwand. Entscheidend ist auch hier die Vorlauftemperatur. Lässt sie sich senken, arbeitet die Wärmepumpe auch im Altbau wirtschaftlich. Die günstigsten Hebel dafür sind ein hydraulischer Abgleich, der Austausch einzelner zu kleiner Heizkörper gegen größere Niedertemperatur- oder Gebläsekonvektoren und, wo möglich, eine Teildämmung von Dach oder oberster Geschossdecke.

Auch in teil- oder unsanierten Gebäuden funktionieren Wärmepumpen – die JAZ fällt dort aber niedriger aus, was die Stromkosten erhöht. Deshalb sollte im Altbau immer zuerst eine ordentliche Heizlastberechnung stehen, idealerweise verbunden mit einem Blick auf die vorhandenen Heizflächen. Der Wärmepumpenrechner liefert dafür einen ersten Anhaltspunkt, die verbindliche Auslegung macht ein Fachbetrieb.

Fazit: Für wen sich der Umstieg rechnet

Klar lohnenswert ist die Wärmepumpe, wenn das Haus zumindest mittelmäßig gedämmt ist, eine Flächenheizung oder große Heizkörper vorhanden sind und eine alte fossile Heizung ersetzt wird – dann greift die maximale Förderung, und die Betriebskosten liegen deutlich unter denen von Gas oder Öl. Wer zusätzlich eine PV-Anlage hat oder plant, verbessert die Rechnung weiter. Genauer hinschauen sollte man beim unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern und hoher Vorlauftemperatur – hier lohnt sich der Umstieg erst, wenn die Vorlauftemperatur mit überschaubarem Aufwand gesenkt werden kann.

Wer den Umstieg konkret angeht und Angebote von Fachbetrieben vergleichen möchte, findet über einen spezialisierten Service für den Heizungstausch passende Anbieter. Und für die eigenen Zahlen – Heizleistung, Stromverbrauch und Jahreskosten – lohnt vorab der Blick in den Rechner.

Häufige Fragen

Ab welcher Jahresarbeitszahl lohnt sich eine Wärmepumpe?
Für die Förderung ist eine JAZ von mindestens 3,0 vorgeschrieben. Wirtschaftlich klar besser als eine Gasheizung wird es ab etwa 3,5 bis 4,0 – ein Wert, den moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen bei niedriger Vorlauftemperatur gut erreichen, Sole-Wärmepumpen sogar deutlich darüber.
Kann ich eine Wärmepumpe mit meiner PV-Anlage kombinieren?
Ja, und das ist eine der wirtschaftlichsten Kombinationen überhaupt. Ein Teil des Wärmepumpenstroms kommt dann vom eigenen Dach und kostet nur die Erzeugungskosten statt des Netztarifs. Besonders in der Übergangszeit deckt die PV-Anlage einen spürbaren Anteil des Heizstroms – im Hochwinter ist der Beitrag naturgemäß kleiner.
Was passiert mit der Förderung durch das neue GMG?
Das GEG soll voraussichtlich im Sommer 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) abgelöst werden. Bis dahin gelten die aktuellen Förderbedingungen unverändert, und die Bundesförderung ist bis mindestens 2029 zugesagt. Weil sich Details ändern können und der Geschwindigkeitsbonus ab 2029 sinkt, ist ein früher Antrag sinnvoll.

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Redaktion RechnerBase, betrieben von der Charged Elements GmbH aus Hamburg. Fachwerte werden anhand offizieller Quellen (BNetzA, KfW, GEG) geprüft und zum jeweils angegebenen Stand aktualisiert. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Energieberatung.